May
Day is Lei Day in Hawai'i
Die Geschichte der hawaiianischen Blumenkränze
Seit 1928 wird am 1. Mai auf Hawaii jährlich der
„Lei Day“ gefeiert. Dann finden Wettbewerbe statt und die Wahl der Lei-Blütenkönigin. Diese muss hawaiianische Abstammung nachweisen und den traditionellen Hula meisterhaft beherrschen. Selbstverständlich muss sie auch schön sein.
| |
E Lei aku 'oe ku'u
aloha
I ko'oula nou i kahi mehemeha
Trage meine Liebe als ein Blumenlei, die Dich zu
allen Plätzen begleiten soll |
Der Gebrauch von Blumen-Leis ist eine alte hawaiianische Tradition.
Leis sind ein Ausdruck polynesischer und hawaiianischer Kultur die viele Bedeutungen vereinen. Ein
Lei kann "Herzlich Willkommen“, "Auf Wiedersehen“, "Liebe“ und "Danke“ bedeuten.
Leis kann in Hawaii jeder tragen, der Bankbeamte hinter dem Schalter, die Verkäuferin, der japanische Tourist oder sogar ein Polizist im Dienst. Ein
Lei gilt nach wie vor als klassisches Freundschaftsgeschenk; hat jemand Geburtstag wird er bis zu den Ohren mit diesen duftenden Gebinden überhäuft.
Die Tradition der Lei-Herstellung wurde von den Polynesiern mit der
Besiedelung nach Hawaii gebracht.

Die Kunst, Leis herzustellen stellte einen wichtigen Bestandteil ihrer Kultur dar. Gefertigt wurden diese ursprünglich aus Unmengen von frisch gepflückten Blüten, Blättern, Früchten, Muscheln, Samen, Nüssen, Federn und sogar Knochen und Zähnen verschiedener Tiere, die dann kunstvoll und üppig aneinander gefädelt wurden.
 |
| Gabriele Kalehua mit
selbstgefertigtem Haku-Lei |
Die Farben und die Anzahl der Blüten der Blumenketten spielten eine wichtige Rolle. Die Rippe eines Kokosblattes diente als Nadel, Fäden wurden von einem Strauch gewonnen. Das traditionelle Aufreihen von Blüten nennt sich
Kui. Durch flechten von Blumen bekommt man einen Hili. Windet man die Blüten, entsteht ein
Wili. Humu-Humu oder Papa werden durch Nähen verbunden. Sobald ein
Lei auf einen Hintergrund befestigt wird, heisst er Haku. Letztere trägt man meist auf dem
Kopf oder als Arm- und Fußschmuck. Das Tragen von Leis aus Federn war den oberen Kasten vorbehalten, ebenso wie das Schmücken mit
Leis aus seltenen Muscheln.
Die Ureinwohner trugen Leis als Schmuck und um sich von anderen zu unterscheiden. Jede Kette wurden dann ihren Göttern geopfert. Der
“Maile Lei“ war der bedeutendste seiner Art. Er wurde unter anderem genutzt um ein Friedensabkommen zwischen zwei Stammesführern zu besiegeln.
Maile ist eine Weinart.
 |
| Ti-Blatt |
Aus Ti-Blättern werden die Röcke der Tänzer des traditionellen Hula und auch einige
Leis, vor allem für Männer, gefertigt.
Ti wächst reichlich, ob kultiviert oder wild, in den tropischen Regionen des pazifischen Raums und Südostasiens. Vom Meeresspiegel bis hin zu 1300m.ü.M wächst diese Pflanze. Die Bewohner von Hawaii pflanzen
Ti-Sträucher um ihre Häuser und Kirchen, das soll Glück bringen.
Der botanische oder wissenschaftliche Name dieser Pflanze aus der Familie der Liliengewächse ist "Terminalis Cordyline". In Hawaii wurde sie durch die frühesten polynesischen Siedler eingeführt.
Ti galt als heilig und gehörte dem Gott Lono Hawaii und der Göttin des Hula,
Laka.
Schon die Kahuna-Priester trugen Ti-Blätter, entweder als Lei oder als Kleidung, wenn sie alte Rituale leiteten.
 |
|
Maile-Lei |
Im November 1927 nahm erstmals ein Luxuskreuzfahrtsschiff der „Matson Navigation Company's“ die Route Kalifornien Honolulu in ihr Programm. Dies hatte den Wachstum des Tourismus zur Folge und erhöhte
den Bekanntheitsgrad der Leis weltweit und wurde zum Symbol
Hawaii's.
Die Besucher wurden an den Piers - vor allem in Honolulu am Aloha-Tower
- mit Blumenkränzen empfangen. Abfahrende warfen ihre Blumenketten ins
Meer und hofften, wenn die Leis wieder an das Ufer gespült wurden,
wieder auf die Inseln zurück zu kommen. Mit dem aufkommenden Flugverkehr wurden
die Touristen dann auch am Flughafen mit Leis begrüßt.
 |
| Plumeria-Blüte |
Die meisten Leis bestehen heute aus verschiedenfarbigen
Plumeria-Blüten, auch Frangipani genannt. Am
seltensten sind die dunkelroten Blüten, gelbe sind verbreiteter.
Leis kann jeder tragen, zu jedem Anlass oder auch ohne bestimmten Grund. Sie werden um den Kopf oder über die Schultern gelegt getragen.
Es gibt offene Leis und geschlossene. Die geschlossenen stehen für die innige Liebe und symbolisieren die Umarmung eines geliebten Wesens - nicht immer Mensch. Die offenen
Leis tragen Menschen, von denen wir etwas lernen können. Das Wissen derer kann aus beiden Enden ungehindert fließen. Kaum ein Geburtstag, eine Hochzeit oder eine andere Hawaii-Feierlichkeit wird heute ohne den
Lei gefeiert.
| Keo's Tipp:
In Hawaii sagt man zur Begrüßung "Aloha". Erhält
man einen Lei, sagt man "Mahalo" (das bedeutet: Danke).
Einen Blumen-Lei trägt man locker auf der Schulter, so dass er
nicht um den Hals hängt. Hawaiianer sind sehr traurig, wenn man
einen Lei ablehnt oder in Gegenwart des Überbringers ablegt. |
Heute gibt es viele Arten von Leis. Und
jede Insel hat seinen besonderen Lei. So steht z.B. für Big Island die
Lehua-Blüte, Einflüsse der Moderne fließen in die Herstellung ein. Die Fertigung erfolgt in aufwendiger Handarbeit. Bis zu 40 Stunden kann es dauern, einen Kranz aus rund 2000 Federn herzustellen.
Es
ist zwar möglich, einen frischen Blumen-Lei aus Hawaii zu bestellen,
jedoch sehr teuer und die Freude daran währt auch nicht allzu lange, da
sie schnell verwelken.
Wer sich gerne mit einem dauerhaften
Original Blumen-Lei aus Seidenblumen schmücken möchte, der braucht nicht
nach Hawaii zu fliegen. Auf
dieser Seite in unserem Hula-Shop findet Ihr eine kleine, aber
wunderschöne Auswahl an hawaiianischem Blumenschmuck.