26.11.2003
150 feiern voller Exotik
Gute Laune beim Hula-Fest in der Bodmaner Obsthalle
 
Hawaiianische Lebensfreude mit Tänzen und kulinarischen Köstlichkeiten durchpulste das Hula-Fest von Gabriele Streuer alias "Kalehua" (links) in der Bodmaner Obsthalle. Bild: Rieger

Aus nah und fern waren die Besucher durch die verhangenen Herbstnebel zur Bodmaner Obsthalle gereist um dort zusammen mit der Wahl-Hohenfelser Hula-Meisterin Gabriele Streuer - alias "Kalehua" - das erste "Hula-Fest am See" zu feiern (wir berichteten).

"Hula" heisst "überfliessende Sonnenenergie" und steht für die lebensfrohe Kultur der Südseeinseln. Entsprechend herzlich wurde jeder einzelne der etwa 150 Mitfeiernden mit einem exotischen Drink willkommengeheissen und mit einer bunten (Kunst)-Blumenkette geschmückt.

"Eine Muschel liegt im Sand und glitzert in der Sonne. Ich mach dir einen Blumenlei, den du tragen darfst", kündigte Kalehua in vollendeter tänzerischer Performance vor dem Kulissenbild einer malerischen Hawaiilandschaft mit echten und gemalten Palmen, während am Buffet zwischen Kokosnüssen, Melonen und Ananas hawaiianische Köstlichkeiten in silbernen Tigeln über Spiritusflammen schmurgelten.

"Mit den schönen Hula-Händen, die aussehen wie Möwen, die über den Ozean gleiten, erzähle ich euch Geschichten", kündigte Kalehua weiter an und machte tanzend mit dem Sinn des Lebens der Hawaiianer vertraut. Den musikalischen Hintergrund lieferte auf ihrem folkloristischem Instrumentarium das hawaiibegeisterte Duo. Sanft fließend und unisono harmonisch wie bei Kalehua waren später auch die aus den Hüften kommenden Bewegungen ihrer farbig gekleideten Tanzschülerinnen, während ihre Hände in dynamischer Aktion zu den leisen, sehnsuchtsvollen Klängen das glückselige "oha" formulierten. Mit der Vision von Fischern und Fischerinnen, die in einer romantischen Bucht am Meer ihre prall gefüllten Netze einholen und aus Freude darüber ein Fest feiern, wurden die Gäste von ihren Tischreihen auf die Bühne gelockt. Nicht paarweise, sondern barfuss mehrreihig nebeneinander ertanzten sie sich mit Kalehua vergnügt ihr harmonisch fließendes Lebensglück, das kurz darauf in den Run ans Buffet mündete.

Lomi Lomi Salmon, Kalua-Pig und Huli Huli Chicken, verzehrt auf mit Palmblättern geschmücktem Linnen, mundete köstlich und die Stimmung unter den Gästen, unter jungen Leuten und Senioren auch einige Kinder, war heiter und gelöst. "Ich mach schon fünf Jahre orientalischen Tanz und hab gedacht, jetzt mach ich noch einen Hula-Kurs", erklärt die nette Lohnbuchhalterin aus Neuhausen ihr Dabeisein. Der Mann mit Nickelbrille und gelbem Rock ist Physiker, kommt aus München und schüttelt beim Fest die Cocktails zwischen eigenem Amüsement.

Bald ist das Essen alle, zum Kummer der Baslerin, die, obwohl schon bezahlt, nichts fleischliches auf ihren Teller laden kann. Dass das Essen ein wenig knapp bemessen war, gilt als einziges Manko beim ansonsten rundum gelungenen Hula Fest, das bis in die frühen Morgenstunden durchpulst ist von Hawaiianischer Lebensart: da freuen Hula-Tänze zum Zugucken oder mittanzen genauso wie die Vorführung der "hawaiianischen Tempelmassage" staunen lässt.

Und wer dabei war, weiß Dank des Hawaii-Vortrags über die Legenden und alten Götter, dass die Hawaiianer neben dem einen Gott, der die Welt erschuf, mehreren Neben-Göttern huldigen. Wie zum Beispiel der Vulkan-Göttin Pele, von der eine Hawaii-Kennerin berichtete, dass sie das Land gleichermaßen schaffe wie auch verschlinge und dabei auch als Göttin der Leidenschaft verehrt wird.

Gabi Rieger

Mehr Hula im Netz:

www.hawaiian-hula.com 


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