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Gabriele
Streuer hat in vielen Stilrichtungen getanzt. Dann sah sie auf
Hawaii den Hula-Tanz und seither gibts für sie keinen anderen mehr.
Demnächst unterrichtet sie in St.Gallen.
Schlager,
Disco, Rock'n'Roll Jazz, - keine Stilrichtung war sicher vor
Gabriele Streuer, sie musste einfach tanzen dazu. Standard und
Latein lernte sie in der Tanzschule, und als sie sich später von
ihrem Tanzpartner trennte, begann sie - mangels Nachfolger - mit dem
orientalischen Tanz. Zehn Jahre später kehrte sie mit neuem Freund
zum Paartanz zurück, tanzte im Club auch Turniere, bis es auf
Hawaii wie eine Bombe bei ihr einschlug. Nach so starken Erlebnissen
wie dem Schwimmen mit wilden Delfinen und einer Traumhochzeit in
Honolulu hat sie die erste Hula-Tanzstunde regelrecht umgehauen. «Ich
hatte Gänsehaut, Herzklopfen, einen Fieberschub - und ich wusste,
Hula-Tanz, das ist mein Tanz!» Der frisch getraute Ehemann nahms
gelassen, dass sie den Rest der Ferien nur mehr Augen für die
Tanzlehrer hatte. Jedes Jahr verbrachte sie dann mehrere Wochen beim
Tanztraining auf Hawaii. Ihren Beruf als Banken-Filialleiterin hängte
die Betriebswirtin an den Nagel, finanzierte mit den Ersparnissen
die teure Ausbildung. Sie lernte nicht nur die Tänze, beschäftigte
sich vielmehr auch mit den kulturellen Hintergründen, der
Geschichte, ist immer noch dabei, Hawaiianisch zu lernen. Bereits
ihre erste Lehrerin erkannte Talent und Temperament der Europäerin,
verlieh ihr den Namen «Kalehua», so heisst eine rotblühende
Pflanze im Hochland, die der Feuergöttin gewidmet ist.
Eigene Hula-Schule
Kalehua machte rasch Fortschritte,
bekam Engagements als Tänzerin auf Kreuzfahrtschiffen, lernte so
die ganze Südsee kennen, unterrichtete an der Volkshochschule, eröffnete
in Stockach in der Nähe von Überlingen ihre Hula-Schule «Keiki O
Ka Makani», «Kinder des Windes». Dort unterrichtet sie Frauen
jeglichen Alters (und gelegentlich auch vereinzelt Männer) in den
modernen Hula-Tänzen, die mit ihrer schmeichelnden Musik
romantische Naturen zum Träumen verführen und in den Gesängen von
Liebe, Sehnsucht, der Schönheit der Natur und dem Alltagsleben erzählen.
Kalehua selbst beherrscht aber auch die traditionellen Ritualtänze,
die vornehmlich zu den ursprünglichen Rhythmusinstrumenten Trommel
und ausgehöhlten Kürbissen gesungen werden und den Gottheiten
gewidmet sind. «Hula ist für mich getanzte Liebe und Harmonie. Der
Tanz bringt mich in meine innere Mitte zurück und berührt mich
tief in der Seele», sagt sie, die an Reinkarnation glaubt und dem
Hula-Tanz auch eine heilende Wirkung zuschreibt. «Es ist mir eine
Herzensangelegenheit, den Hula-Tanz auch in unserer Kultur zu
verbreiten», sagt sie, und so gibt sie nicht nur Kurse für Hobbytänzer
aller Niveaus, sondern bildet auch speziell begabte Tänzerinnen
dazu aus, ihrerseits als Lehrerinnen den Hula-Tanz zu vermitteln.
Konkurrenz muss sie dabei (noch) nicht fürchten, noch gibt es nämlich
im deutschsprachigen Raum kaum seriös ausgebildete Lehrerinnen, und
dann ist Kalehua auch überzeugt: «Was man von Herzen gibt, davon
bekommt man immer auch etwas zurück.»
Für alle geeignet
Spezielle Voraussetzungen für ihre
Anfängerkurse braucht es nicht. «Wer fremdländische Musik liebt
und bewegungsfreudig ist, kann den Hula-Tanz lernen», sagt sie. Ein
gutes Rhythmusgefühl ist hilfreich, und einen gewissen Vorteil
haben Leute mit Bauchtanz-Kenntnissen, vor allem wegen der
Armtechnik. Ähnlich wie beim indischen Tanz werden auch im
Hula-Tanz Geschichten mit den Händen erzählt. Doch selbst wer noch
nie einen Schritt getanzt hat, kann sich durchaus in Kalehuas Kurse
wagen: «Ich hole die Frauen dort ab, wo sie stehen, und führe sie
sehr behutsam in die Grundbewegungen ein.» Getanzt wird in Gruppen
von etwa 8 bis 15 Personen, in bequemer Kleidung (auch einem Pareo)
und barfuss (Holzboden!), oder in Socken oder Gymnastikschuhen. Was
bewirkt der Hula-Tanz ausser der Freude am gemeinsamen Tun bei ihren
Schülerinnen? «Sie fühlen sich liebevoll umarmt von der Musik,
geraten in harmonische Schwingungen, können Stress abbauen, lernen
sich selbst anzunehmen, so wie sie sind.» Hula eignet sich übrigens
für jedes Alter. «In Hawaii tanzen bereits die 3-Jährigen, und
ich habe über 80-Jährige gesehen, die wunderschön tanzten», sagt
Kalehua. Ihre bisher älteste Schülerin war 84. Für Menschen, die
sich nicht mehr gut auf den Beinen halten können und sich trotzdem
zur Musik bewegen möchten, gibt es den Hula Noho. Dieser Sitzhula
war ursprünglich ein Tanz, den man zu Ehren hochgestellter Personen
darbot und bei dem Hände und Köpfe der Tanzenden die geehrte
Person nicht überragen durften.
Anfängerkurs
mit Kalehua, 30. September, Tanz-Atelier West, Gröblistr. 18,
St.Gallen. Anmeldung: www.hawaiian-hula.com oder Tel. 0049 7775 938
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