Mittwoch, 13. September 2006 - Ausgabe Woche 37/2006
von Helga Schabel

Aloha ! Hula schmeichelt der Seele

zurück...

Den Artikel als PDF-Dokument findest Du hier...

Gabriele Streuer hat in vielen Stilrichtungen getanzt. Dann sah sie auf Hawaii den Hula-Tanz und seither gibts für sie keinen anderen mehr. Demnächst unterrichtet sie in St.Gallen.

Schlager, Disco, Rock'n'Roll Jazz, - keine Stilrichtung war sicher vor Gabriele Streuer, sie musste einfach tanzen dazu. Standard und Latein lernte sie in der Tanzschule, und als sie sich später von ihrem Tanzpartner trennte, begann sie - mangels Nachfolger - mit dem orientalischen Tanz. Zehn Jahre später kehrte sie mit neuem Freund zum Paartanz zurück, tanzte im Club auch Turniere, bis es auf Hawaii wie eine Bombe bei ihr einschlug. Nach so starken Erlebnissen wie dem Schwimmen mit wilden Delfinen und einer Traumhochzeit in Honolulu hat sie die erste Hula-Tanzstunde regelrecht umgehauen. «Ich hatte Gänsehaut, Herzklopfen, einen Fieberschub - und ich wusste, Hula-Tanz, das ist mein Tanz!» Der frisch getraute Ehemann nahms gelassen, dass sie den Rest der Ferien nur mehr Augen für die Tanzlehrer hatte. Jedes Jahr verbrachte sie dann mehrere Wochen beim Tanztraining auf Hawaii. Ihren Beruf als Banken-Filialleiterin hängte die Betriebswirtin an den Nagel, finanzierte mit den Ersparnissen die teure Ausbildung. Sie lernte nicht nur die Tänze, beschäftigte sich vielmehr auch mit den kulturellen Hintergründen, der Geschichte, ist immer noch dabei, Hawaiianisch zu lernen. Bereits ihre erste Lehrerin erkannte Talent und Temperament der Europäerin, verlieh ihr den Namen «Kalehua», so heisst eine rotblühende Pflanze im Hochland, die der Feuergöttin gewidmet ist.

Eigene Hula-Schule
Kalehua machte rasch Fortschritte, bekam Engagements als Tänzerin auf Kreuzfahrtschiffen, lernte so die ganze Südsee kennen, unterrichtete an der Volkshochschule, eröffnete in Stockach in der Nähe von Überlingen ihre Hula-Schule «Keiki O Ka Makani», «Kinder des Windes». Dort unterrichtet sie Frauen jeglichen Alters (und gelegentlich auch vereinzelt Männer) in den modernen Hula-Tänzen, die mit ihrer schmeichelnden Musik romantische Naturen zum Träumen verführen und in den Gesängen von Liebe, Sehnsucht, der Schönheit der Natur und dem Alltagsleben erzählen. Kalehua selbst beherrscht aber auch die traditionellen Ritualtänze, die vornehmlich zu den ursprünglichen Rhythmusinstrumenten Trommel und ausgehöhlten Kürbissen gesungen werden und den Gottheiten gewidmet sind. «Hula ist für mich getanzte Liebe und Harmonie. Der Tanz bringt mich in meine innere Mitte zurück und berührt mich tief in der Seele», sagt sie, die an Reinkarnation glaubt und dem Hula-Tanz auch eine heilende Wirkung zuschreibt. «Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Hula-Tanz auch in unserer Kultur zu verbreiten», sagt sie, und so gibt sie nicht nur Kurse für Hobbytänzer aller Niveaus, sondern bildet auch speziell begabte Tänzerinnen dazu aus, ihrerseits als Lehrerinnen den Hula-Tanz zu vermitteln. Konkurrenz muss sie dabei (noch) nicht fürchten, noch gibt es nämlich im deutschsprachigen Raum kaum seriös ausgebildete Lehrerinnen, und dann ist Kalehua auch überzeugt: «Was man von Herzen gibt, davon bekommt man immer auch etwas zurück.»

Für alle geeignet
Spezielle Voraussetzungen für ihre Anfängerkurse braucht es nicht. «Wer fremdländische Musik liebt und bewegungsfreudig ist, kann den Hula-Tanz lernen», sagt sie. Ein gutes Rhythmusgefühl ist hilfreich, und einen gewissen Vorteil haben Leute mit Bauchtanz-Kenntnissen, vor allem wegen der Armtechnik. Ähnlich wie beim indischen Tanz werden auch im Hula-Tanz Geschichten mit den Händen erzählt. Doch selbst wer noch nie einen Schritt getanzt hat, kann sich durchaus in Kalehuas Kurse wagen: «Ich hole die Frauen dort ab, wo sie stehen, und führe sie sehr behutsam in die Grundbewegungen ein.» Getanzt wird in Gruppen von etwa 8 bis 15 Personen, in bequemer Kleidung (auch einem Pareo) und barfuss (Holzboden!), oder in Socken oder Gymnastikschuhen. Was bewirkt der Hula-Tanz ausser der Freude am gemeinsamen Tun bei ihren Schülerinnen? «Sie fühlen sich liebevoll umarmt von der Musik, geraten in harmonische Schwingungen, können Stress abbauen, lernen sich selbst anzunehmen, so wie sie sind.» Hula eignet sich übrigens für jedes Alter. «In Hawaii tanzen bereits die 3-Jährigen, und ich habe über 80-Jährige gesehen, die wunderschön tanzten», sagt Kalehua. Ihre bisher älteste Schülerin war 84. Für Menschen, die sich nicht mehr gut auf den Beinen halten können und sich trotzdem zur Musik bewegen möchten, gibt es den Hula Noho. Dieser Sitzhula war ursprünglich ein Tanz, den man zu Ehren hochgestellter Personen darbot und bei dem Hände und Köpfe der Tanzenden die geehrte Person nicht überragen durften.

Anfängerkurs mit Kalehua, 30. September, Tanz-Atelier West, Gröblistr. 18, St.Gallen. Anmeldung: www.hawaiian-hula.com oder Tel. 0049 7775 938 067

 

 

 

zurück...

| Home | Haftungsausschluss / Disclaimer |