| Regionen | St.Gallen | Dienstag, 14. Oktober 2003 | |||||
Ein Hauch von Südsee Erster Hula-Tanzkurs in St.Gallen - Die Teilnehmerinnen reisten aus der ganzen Schweiz anDer erste Hula-Kurs hat in St.Gallen am Samstag stattgefunden. Der hawaiianische Tanz erzählt Geschichten mit Handbewegungen. Teilnehmerinnen sagen, man erlebe ein völlig neues Körpergefühl. Noëmi Landolt Aus den Boxen klingt sehnsuchtsvoll die Steelgitarre, unwillkürlich denkt man an Strand, Palmen und Sonnenuntergang. Die 14 Frauen im Raum wiegen sich sanft in den Hüften zu den für Aussenstehende unverständlichen Anweisungen der Tanzlehrerin: «Huki . . . Huki . . . Aloha-Motion.» Es ist Samstag-Nachmittag im Tanz-Atelier West und man meint, einen Hauch von Südsee zu verspüren. Die deutsche Gabriele Streuer ist auf Hawaii ausgebildete Hula-Lehrerin und gibt den ersten Hula-Kurs in der Stadt. Überfliessende SonnenenergieDer Hula-Kurs hat um halb elf Uhr vormittags auf die traditionelle hawaiianische Art begonnen: Die Frauen setzen sich im Kreis auf den Boden und halten sich an den Händen, während Gabriele Streuer ein Lied anstimmt: «E ho mai - komm von oben herab.» Dann denkt sich jede der Teilnehmerinnen einen positiven Gedanken und gibt diesen durch Handdruck an die Nachbarin weiter. Die Energie soll weitergegeben werden und genau dafür steht auch der Hawaiianische Tanz: Hula bedeutet aus dem Hawaiianischen übersetzt soviel wie «überfliessende Sonnenenergie». Die Frauen sind aus der ganzen Schweiz und sogar aus Österreich angereist. Nur wenige haben bereits Hula-Erfahrung, die meisten einfach Freude am Tanzen. Trotzdem lernen sie schnell auf die Anweisungen der Tanzlehrerin zu reagieren. «Im Hula werden mit den Händen Geschichten erzählt und die Schönheiten der Inseln beschrieben», erklärt Gabriele Streuer. Die Palme im Wind, die rollenden Wellen, die Fische im Meer, die Wolken am Himmel; jede Bewegung hat ihre Bedeutung und das erleichtert das Erlernen der Choreographie. Immer wieder fordert sie ihre Schülerinnen dazu auf, sich die Sonne, das Meer, ihre ganz persönliche Trauminsel vorzustellen: «Spürt, wie der Wind eure Körper streichelt.» Ein neues KörpergefühlTrotz der langsam und einfach anmutenden Bewegungen kommen die Schülerinnen ins Schwitzen. Es wird mit gebeugten Knien getanzt. Gabriele Streuer warnt vor Muskelkater. Doch die Frauen sind begeistert. Man erlebe ein ganz neues Körper- und Lebensgefühl, schwärmt eine Teilnehmerin aus Basel. «Man fühlt sich fast ein bisschen wie in Hawaii», sagt eine andere und zeigt in der Pause ihre Fotos von den letzten Hawaii-Ferien. Dort müsse man einfach glücklich sein. Gabriele Streuer selbst hat während ihrer Hochzeitsreise Hawaii und den Hula kennen und lieben gelernt. Sie sei dort mit wilden Delfinen geschwommen und habe gedacht, dass sei das grösste, was sie je erleben werde. «Doch dann habe ich den Hula kennen gelernt und mit ihm ein Gefühl, welches das der Delfine noch übertroffen hat», erzählt sie. Die Tanzbewegungen hätten ihr Innerstes als Frau angesprochen. Seither besucht sie regelmässig die hawaiianischen Inseln und nimmt Unterricht bei angesehenen Hula-Meisterinnen. Zurück in Deutschland, beschloss sie das Gelernte weiterzugeben. Im Hula-Fieber«Noch muss viel Aufklärungsarbeit geleistet werden», sagt sie. Doch immer mehr Menschen liessen sich vom Hula-Fieber anstecken. Auch hier in St. Gallen schien dies der Fall zu sein. Weitere Kurse im Tanz-Atelier West sind geplant. Infos: www.hawaiian-hula.com Tanz der HawaiianerDie ursprüngliche Form des Hula, der Hula Kahiko, wurde von westlichen Missionaren als zu freizügig verstanden und verboten. Nach der Aufhebung des Tanzverbotes vor hundert Jahren entwickelte sich der von westlichen Einflüssen geprägte Hula Auana. Die Ukulele und die Steelgitarre sind typische Begleitinstrumente für diese Art des Hulas. Viele Hula-Lieder werden heute auch auf Englisch gesungen. (nol)
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