Herzlich Willkommen auf der Original-Homepage von Gabriele Streuer ´s
Happy Hawaiian Hula Workshops. In Deutschland, Österreich, Schweiz und auf
Hawaii können Sie von professionellen Hula-Trainerinnen und Meisterinnen den
Hula-Tanz erlernen und in die Geheimnisse Hawaii´s eingeweiht werden.
Hula: Die Seele Hawaiis
by Tracey Lakainapali
Übersetzt von Annette Geiger
Wenn wir an Hawaii denken kommen uns meist zwei Dinge in den Sinn: Die
"Aloha"-Geisteshaltung und Hula. Beide sind vor langer Zeit
entstanden, als der Überlieferung nach Goetter, Goettinnen und Menschen auf
der Erde wandelten.
Zu den Urspruengen des Hula gibt es verschiedene Auslegungen. Manche
glauben, dass er von der altertümlichen Zivilisation der Mu herkommt, manche
behaupten, er sei einheimisch waehrend andere die Spur des Hula nach Tahiti
oder anderen fernen Ländern zurueckverfolgen. Für die Hawaiianer von früher
wie von heute ist Hula die Essenz des Lebens selbst. Hula verbindet sie mit
dem Universum und vereint sie mit der Schoepfung.
Die Frage, ob Hula-Taenzer ursprünglich nur Maenner waren, wie einige
heute behaupten, ist noch zu diskutieren Allerdings gibt es viele
Aufzeichnungen und Ueberlieferungen, die von beiden, Maennern und Frauen, als
Hula-Taenzer erzählen. Was wir sicher wissen ist, dass Frauen getanzt haben,
als Captain Cook und seine Mannschaft im Jahr 1778 zum ersten Mal auf den
Inseln eintrafen.
Der Gebrauch des Wortes "hula" um "Tanz" zu beschreiben
ist eine Besonderheit der Hawaiianischen Kultur, die in keiner anderen
polynesischen Kultur zu finden ist. Die Samoer tanzen "sasa",
fa'ataupati" oder "lapalapa" wobei für Tanz hauptsächlich das
Wort "siva" verwendet wird. Die Maoris chanten (chant =
Sprechgesang) und tanzen den "haka" oder "otea". Einwohner
der Osterinseln haben ein halbes Dutzend an verschiedenen Ausdruecken fuer
tanzen, wobei einige von Samoa oder Tahiti entlehnt sind. Interessanterweise
haben Hawaiianer ein aelteres Wort für Tanz naemlich "ha'a", das
dem "haka" der Maori oder dem samoischen "fa'a aehnelt.
Wenigstens eine Quelle, das hawaiianische Wörterbuch von Pukui und Elbert, führt
an, dass das Wort "hula" erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts
allgemein gebraeuchlich wurde.
Die Elvis-Presley-Filme moegen zwar den Hula ins Bewusstsein der
Oeffentlichkeit gerückt haben, allerdings haben die Taenze, die in dieser Art
Filme vorgeführt werden, wenig Aehnlichkeit mit der spirituellen Tiefe und
Ernsthaftigkeit, der Anmut, der Eleganz oder gar der Heiligkeit, die diese
Jahrhunderte alte Kunst repraesentiert.
Der "hula kahiko" oder die alte Form des Tanzes wurde und wird
immer noch in traditioneller Nationaltracht aufgeführt und durch
Sprechgesaenge und die traditionellen Rhythmusinstrumente begleitet. Der
"hula auana" hingegen, die moderne Form des Tanzes wird eher von
modernen Instrumenten wie Ukulele und Gitarre begleitet. Außerdem sind die
Kostueme moderner; sie reichen von einfachen Roecken und Oberteilen bis hin zu
aufwaendigen Kleidern im viktorianischen Stil und zu Plastik-Bastroeckchen und
Kokosschalen-Bikinis auf der Hotelmeile.
Hula hat drei Zielsetzungen: Unterhaltung, Inspiration und Unterweisung. Er
ist das kulturelle Vehikel für gesellschaftlich-soziale und historische
Kommentare und Informationsuebermittlung. Die Taenze und Sprechgesaenge bergen
einen Zauber, der die aeußerlich sichtbare Kraft und Schoenheit übersteigt
und beide, Taenzer wie Zuschauer mit Aloha erfüllt.
Die Fruehformen der Hawaiianischen Taenze, mele hula, kamen entweder in der
Tempel-Form (ha'a) oder der oeffentlichen Form (hula) zur Auffuehrung. Ha'a
wurden normalerweise unter Anleitung eines kahuna (Priester, Gelehrter,
Meister) als Teil des Gottesdienstes im heiau (Tempel) aufgefuehrt. Diese
Taenze wurden oft in Verbindung mit Ritualen und Zeremonien für bestimmte
Tempel und für die jeweiligen Gottheiten, denen diese Tempel geweiht waren,
aufgefuehrt. Manche dieser Taenze waren eine Art Gebet oder Gottesdienst in
dem die Gottheiten mit den Erzaehlungen ihrer Heldentaten und Abenteuer
gewuerdigt wurden. Andere Formen des Hula ehrten die ali'i, die Haeuptlinge
und Adeligen, deren Stammbaeume oft bis zu den Goettern zurueckreichten. Hula
wurde auch zum Vergnuegen getanzt mit Themen voll von tiefen empfundenen
Gefuehlen. "Mana" oder Lebenskraft und spirituelle Energie lag in
den Worten, in der Praezision der Durchfuehrung, in der Disziplin und Harmonie
der Bewegungen der Taenzer, in ihrer spirituellen Fassung /
Selbstbeherrschung, ein heiliges Kontinuum, das die Goetter mit Mensch und
Natur verband.
Jede Bewegung, jeder Ausdruck und jede Geste haben eine bestimmte Bedeutung
im Hula, von der Darstellung von Pflanzen, Tieren und den Elementen bis hin zu
Taetigkeiten wie hoeren, suchen, segeln und vieles mehr. Die Bewegungen der Hände
sind von besonderer Bedeutung. Eine gute Hula-Taenzerin schaut immer auf ihre
Hände nicht ins Publikum. Sprechgesaenge begleiten den Tanz und helfen beim
Erzaehlen der Geschichte.
Kuhi no ka lima, hele no ka maka Ð wohin sich die Haende bewegen,
dahin folgt der Blick.
Unabhaengig vom Inhalt wurde Hula stets mit Spiritualitaet getanzt; die
Spiritualitaet war allgegenwärtig Ð in der Erfahrung des Tanzes genauso wie
bei den Zuschauern. Beide ÐHula und chants zeichnen die kulturelle Historie
des Hawaiianischen Volkes auf. Ueberlieferungen, Traditionen, Stammbäume,
Geschichte werden so erhalten und weitergegeben.
Die Sprechgesaenge oder "mele" zum Hula sind die eigentliche
Erzaehlung, voll von tief empfundenen Gefühlen. Da es keine geschriebene
Sprache gab, mussten die Taenzer die chants über ihre Ausuebung auswendig
lernen.
Die musikalische Begleitung ist eine essentielles Element des Hula. In der
aelteren Fassung waren einige Instrumente wie Haifischhaut-Trommeln "pahu"
oder Trommeln aus Flaschenkürbissen "ipu" oder "ipu heke",
die die Saenger spielten, die Haupt-Begleitung. Andere wie die
federgeschmueckten Rasseln "'uli'uli", Bambus-Rasseln "pu'ili"
und "'ili'ili", Fluß-Kiesel, die in der Hand gehalten und wie
Kastagnetten geschlagen werden, werden von den Taenzern benutzt. Auch die
Stimme des Saengers spielt eine maßgebliche Rolle dadurch, dass sie den Ton
und die Grundstimmung des Tanzes angibt.
Die Kostueme fuer die alten Taenze bestanden aus einem "pa'u",
einem Rock aus Tapa, d.h. einem Stoff, der aus der Rinde bestimmter Baeume
gemacht wurde, Leis (Blumenkränze / Blättergirlanden) für Kopf Hals und
Handgelenke und Fußkettchen, die meist aus Hundezaehnen, Muscheln, Samen oder
Wal-Knochen gefertigt wurden.
Laka, die Goettin der Liebe, der Waelder und Pflanzen wird weithin als
Schutzpatronin des Hula angesehen. Waldpflanzen, die ein wichtiger Teil des
heiligen Hula-Rituals und seiner Vorbereitung sind, wurden als
Erscheinungsform der Goettin selbst angesehen, weshalb sie ihr "mana"
(Geist) oder spirituelle Energie besitzen. Besonders die "Ti-" oder
"Ki-" Pflanze ist Laka geweiht und wird in vielen Ritualen und
Zeremonien zum Schutz, um boese Geister abzuwenden und um Glueck zu bringen
eingesetzt. Sie ist ein Zeichen goettlicher Kraft.
In früheren Zeiten gab es vor und nach dem Hula Gebete, Segnungen und
andere Rituale. Chants für Laka wurden dargebracht; an der Ostseite der
"halau" oder (Hula-) Schule wurde ein Altar aufgebaut als Symbol für
die lebensspendende Kraft des Sonnenaufgangs. Hula-Taenzer badeten regelmäßig,
Opfergaben für Laka wurden einer rituellen Reinigung unterzogen und mit
Salzwasser benetzt.
Alle geuebten Hula-Tänzer zeigen eine gute Haltung, die die Heiligkeit und
Wuerde des Tanzes ergaenzt und den Hula damit von anderen Formen polynesischer
Taenze unterscheidet. Die Taenzer besitzen eine gutes Gefuehl für Harmonie,
Balance und Kontrolle. Wenn "haumana" Schueler ausgesucht wurden,
waren viele Faehigkeiten gefragt, wie z.B. Hingabe, Anmut, Körperhaltung und
Respekt. Als Hula-Schueler ausgewaehlt zu werden war eine große Ehre. Beide
sowohl der "kumu", der Lehrer, und die besten Taeänzer waren
hochangesehen und haben sich oftmals für ihr ganzes Leben dem Tanz
verschrieben.
Das Training in einer Hula-Schule war streng, "kapu", d.h.
scharfe Regeln waren zu befolgen. Die "kapu" (Tabus) unterschieden
sich von Schule zu Schule, jedoch manche Vorgaben wie z.B. Sauberkeit, Haare
und Naegel nicht zu schneiden, sexuelle Enthaltsamkeit und Verbote bestimmter
Speisen waren allgemein üblich.
Die Schueler tanzten auf einer Plattform mit einem Laka geweihten Altar,
der ihr zu Ehren mit Ranken und Blueten geschmückt war. Die Abschlussfeier
war eine spezielle Zeremonie nach strengem Protokoll. Die Schueler verweilten
mehrere Tage in der halau, um zu proben, Leis zu machen, zu beten und
Reinigungsrituale zu durchlaufen. Dem (Schul-) Abschluss folgten dann ein Fest
sowie der rituelle Abbau und die geweihte Beseitigung des Altars.
Die Foermlichkeit der Zeremonien, Rituale, Etikette und des Protokolls sind
sehr wichtig für die Hula Halau. Angefangen beim Auswaehlen des Materials für
und herstellen der Leis, die Kopf, Hand- und Fußgelenke und den Hals
schmuecken bis hin zu den Gebeten vor einem Auftritt, dem Anziehen für den
Auftritt und die Beseitigung der Leis Ð oft im Meer- danach, alles wurde
rituell und mit Respekt vollzogen.
Als das Christentum die Hawaiianische Kultur zu dominieren begann, begannen
alle Formen des Hula zu verschwinden. Weil er ein Symbol der Kultur der
Eingeborenen der Inseln, ihrer Goetter und ihres Glaubens war, und weil manche
der Bewegungen natürlich aufreizend waren, war der Hula bei den Missionaren
um 1820 nicht gern gesehen. Er wurde verbannt solange bis Koenig David
Kalakaua etwa 50 Jahre später ihm wieder zu Ehren und Respekt verhalf.
Doch bereits bevor die Missionare auf Hawaii eintrafen, war das religioese
System Hawaiis von innen heraus zerstoert. 1819 ordnete König Liholiho
Kamehameha die Schließung der Tempel und Vertreibung der Priester an, was
einen schweren Schlag für den religioesen Hula darstellte. Das Eintreffen der
Missionare, die jegliche Form von Hula als unanstaendig, luestern und
kontraproduktiv zu ihren Bemuehungen, die Hawaiianer von ihrer heidnischen
Vergangenheit zu befreien, betrachteten, machten schließlich bis zur Aera von
König Kalakaua auch den oeffentlichen Vorführungen der anderen Formen des
Hula ein Ende. Nur den vielen Hula-Meistern, die die Tradition des Hula in
geduldiger Abgeschiedenheit bewahrten, ist es zu verdanken, dass Hula heute
noch existiert. Heutzutage gedeihen und vermehren sich die Hula-Gruppen und
Schulen auf Hawaii und rund um die Welt.
Frueher wie heute ist Hula eine Quelle des Vergnuegens und - noch wichtiger
- ein Mittel um Hawaiianer und Nicht-Hawaiianer in den Mythen und Idealen zu
unterweisen, die der hawaiianischen Kultur Bedeutung und Bestand gaben. Hula
wird nicht mehr nur von den eingeborenen Hawaiianern getanzt. Es gibt viele
Nicht-Einheimische weltweit, denen dieser schoene Tanz und seine heiligen
Lehren etwas bedeutet und die ihn bewahren wollen. Auch wenn wir in diesem
Leben nicht "hawaii-geboren" sind, gibt es bei vielen, die die
Gesaenge hören und die Bewegungen tanzen, eine tief in ihren Zellen sitzende
Erinnerung und großen Respekt.
Heutzutage gibt es viele Hula-Meister, die die alten Taenze so authentisch
wie möglich wieder aufleben lassen und auch neue Taenze auf der Grundlage der
traditionellen Formen kreieren. Die Generationen von heute haben Glück und
das Privileg, dass dieser heilige Tanz überlebt hat und sie fortfahren
koennen, eine machtvolles Erbe weiterzugeben. Ich bin im besonderen sehr
dankbar für die Existenz und das Weiterbestehen dieser weihevollen Lehre.
Der beruehmteste Platz, der mit dem altertümlichen Hula-Training in
Verbindung gebracht wird, ist Ke'e auf Kauai. Zu diesem Ort gibt es die
ausfuehrlichsten geschichtlichen Aufzeichnungen und die meisten Legenden. Ein
Besuch an diesem Ort ist für jeden Hula-Schueler von heute eine Erfahrung,
die er so schnell nicht vergisst. Die Energie dieses heiligen Ortes ist etwas,
das ich nicht einmal versuchsweise in Worte fassen kann, so tiefgründig und
greifbar. Ueberfluessig zu sagen, dass ich bei jedem meiner Aufenthalte dort
zu Traenen geruehrt und unfaehig zu sprechen bin und beinahe nicht mehr atmen
kann.
Hula ist die Seele Hawaiis. Vielleicht werden Sie das naechste Mal, wenn
Sie diesen heiligen Tanz sehen, gleichgültig ob in seiner alten oder modernen
Form, ihn mit anderen Augen und mit einem groeßeren Bewusstsein und Sinn für
seine tiefe spirituelle Energie betrachten.
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Der Hula
Hula verkörpert die Lebenskraft. Er verbindet mit dem Universum und eint mit dessen Kraft.
"Spirituelles Bewegungs- und Klangritual zur Verehrung der Gottheiten und um besondere Anlässe zeremoniell zu begehen"
Scott Cunningham
Hula ist eine Methode, die Geschichte der Menschen und ihrer Götter aufzuzeichnen und wiederzugeben.
Spaß für Menschen und Götter.
Entstehungsgeschichte
Die genauen Ursprünge des Hula liegen im dunkeln. Es wird davon gesprochen, dass der Hula zuerst auf der Insel Moloka'i eingeführt wurde.
Von einer Frau mit dem Namen La'ila'i, die sich vor ca. 1000 Jahren in Ka'ana auf dem Gipfel des Mauna Loa ansiedelte.
Laka, eine direkte Nachfahrin von La'ila'i wurde eine der herausragenden Tänzerinnen der Familie. Nach anderer Überlieferung ist Laka nur ein anderer Name von
La'ila'i. Sie bereiste alle hawaiianischen Inseln, um andere an ihrem Talent teilhaben zu lassen.
Einer anderen Legende zufolge, erlernt Peles Lieblingsschwester Hi'iaka (Laka) den Hula von ihrer menschlichen Freundin Hopoe und gibt ihn dann weiter.
Obwohl die Meinungen über die Entstehung des Hula weit auseinander gehen, ist man sich einig, dass dieser Tanz ein essentieller Bestandteil der traditionellen hawaiischen Kultur ist.
Es geht dabei um rituelles Anrufen des mana der Götter und Göttinnen, von Blitz, Wind, Regen, Meer, der Bäume, der Tiere und Vögel.
Tänzer wurden zu Gefäßen für die akua, die für die Dauer des Tanzes das Kommando über die Körper der Tänzer übernahmen.
Götter
Laka
Kapo ein Aspekt Lakas, Halbschwester Peles
Lono Lakas Mann
"In Hawai'i haben sowohl Männer als auch Frauen seit Urzeiten getanzt. Einige Quellen behaupten zwar, dass nur die Männer getanzt hätten, aber es ist sogar eher wahrscheinlich, dass Frauen die ersten Tänzer waren, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass hauptsächlich Göttinnen den hula kontrollierten. Ein paar Tänze waren allerdings tatsächlich den Männern vorbehalten, darunter jene, die während bestimmter - meist kriegerischen Zwecken dienenden - Rituale in den heiau stattfanden, zu denen Frauen ja ohnehin der Zugang verwehrt war." Scott Cunningham
Formen des Hula
Getanzt wurde:
bei Geburt von Häuptlingen
bei Namensgebungen
beim Geburtstag erstgeborener Kinder
zu Ehren Verstorbener
Kriegstänze
menschliche Fruchtbarkeit
zur Sicherstellung der Versorgung mit Nahrungsmitteln
um Regen zu bringen
wichtiger Bestandteil des makahiki
Die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hatten jeweils ihren Tanz, z.B. wurde der hula pu niu am Morgen von den Bauern getanzt, bevor sie auf die Felder gingen.
Der rituelle Hula wurde von besonders ausgebildeten Tänzern, für die Hula Beruf und Berufung war, aufgeführt.
Der traditionelle Hula Kahiko ist ein wichtiger Ritus in der hawaiianischen Religion. Er wird begleitet von Schlaginstrumenten (z.B.
Ipu) und Chants (Sprechgesänge). Er ist sehr kraftvoll. Themen sind die Verehrung der Naturkräfte, der Götter und Ali´is
(Chiefs). Einen Hula zu tanzen verlangt Hingabe, Rückbesinnung auf die kosmischen Schöpfungskräfte. Die Tänzer wissen, dass falsche Motivation die Götter verärgern kann. Sie wissen, dass sie Boten einer Sprache sind, die älter als die Zeit ist. Sie tragen mit dem Hula Legenden und Mythen vor, als Ergänzung zu den Chants für eine Kultur, die keine Schrift kannte.
Nach Aufhebung des Tanzverbots entstanden unter Einfluss der westlichen Kulturen die Hula
Auanas.
Auana bedeutet wandern, sich von Ort zu Ort bewegen und erlaubt Freude, Farbe und Vielfalt. Eines der bekanntesten Begleitinstrumente ist die Ukulele. Beim Auana werden die Schönheiten der
Hawai'i-Inseln, die Liebe und das alltägliche Leben besungen und mit dem Tanz erzählt.
Kumu Hula (Hula-Meister)
Die Kumu Hulas wurden früher als heilige Personen betrachtet, die von den Göttern inspiriert wurden. Sie waren gleichzeitig Priester.
Halau (Hula-Schule)
Die Halaus waren groß und luftig, aber gegen die neugierigen Blicke der Dorfbewohner nach allen Seiten geschlossen. Als Abschluss des langen anstrengenden Trainings, gab es das
"Uniki". Es gab ein zeremonielles Bad im Meer, gefolgt von einem Festessen (ein Schwein wurde extra für die Schüler zubereitet). Freunde und Verwandte waren dazu eingeladen und die Schüler führten vor, was sie gelernt hatten.
Kleidung
Früher wurden zum Hula Röcke aus Tapa, Ki- oder Bananenblättern getragen.
Pa-ú kurzer Rock für beide Geschlechter
Ku-pe'e um die Knöchel getragener Schmuck aus Wal- oder Hundezähnen, Knochen, Muscheln usw.
Leis auf dem Kopf und um den Hals.Die Pflanzen dafür wurden vor der Veranstaltung gesammelt und anschließend der Erde zurückgegeben
Heute trägt man für Kahiko Blusen, Pumphosen und Röcke, darüber eventuell noch Ki-Gras-Röcke, dazu grüne
Leis. Manchmal wird auch wieder viel Haut gezeigt. 1986 schockte Darrell Lupenui das Publikum mit seiner Männer-Gruppe, die nur G-String Tangas trugen. Die Kleidung zu den Auanas sollte sich am Thema des Tanzes orientieren es gibt jedoch keine feste Kleiderordnung.
Mu'umu'us das sind weite sackartige Kleider oder
Holoku Schleppenkleid
Leis als Schmuck aus Blumen
Verbot und neuere Entwicklung
Den sittenstrengen Missionaren war der sinnliche Tanz
von Anfang an ein Dorn im Auge.
Königin Kuhina-Nui Ka'ahumanu (Witwe von König Kamehameha)
erließ nach ihrer Taufe in Jahr 1830 ein Edikt, in dem öffentliche
Hula-Aufführungen verboten wurden.
Der Hula wurde aber im Verborgenen weitergepflegt.
Der junge Kamehameha III. hob das Verbot kurzfristig wieder auf (1835), beugte sich dann aber dem Willen der Missionare und verbot den Hula wieder. Unter König David Kalakaua (1874-1891) erlebt der Hula ein Comeback. Er sagte: "Hula ist die Sprache des Herzens und deshalb der Herzschlag des Hawaiianischen Volkes." Zu seiner Krönung 1883 wurden über 260 Hulas bei einem ganztägigen Fest vorgeführt. (Thronbesteigung 12.2.1874) Während König Kalakauas Regierungszeit wurden nicht nur die alten Tänze wiederbelebt.
Es war auch die Geburt eines neuen Hula. Neue Chants und neue Schritte wurden eingeführt. Die Kostüme wurden den westlichen Moralvorstellungen angepaßt. Nach seinem Tod wurde der Hula wieder weniger getanzt.
Die Kalákaua-Familie (1873-1917)
Neben König Kalákaua und seiner Schwester Königin Liliuokalani förderten auch ihr Bruder Prinz William Pitt Leleiohoku und ihre Schwester Prinzessin Miriam Likelike Cleghorn den Hula. Kalákauas Frau, Königin
Kapiolani, eine Enkeltochter von König Kaumualii von Kaua'i, war auch eine bemerkenswerte Tänzerin und Musikerin.
Verdienste der Familie:
Bestätigung des Hula als Symbol und Ausdruck der hawaiianischen Identität
Einladung an Kapellmeister Heinrich Berger (Deutschland), den Verfasser der Nationalhymne von Hawaii - die Übernahme von Gras-Röcken
(pili) statt der Ki-Röcke oder Kapa-Kleidung
der Gebrauch von Saiteninstrumenten als Hula-Begleitinstrument
systematische Studie der Geschichte Hawai'is und der Tradition des Hula
1. bis 2. Weltkrieg (1918-1945)
Hula-Gruppen bereisen die Welt, Hula-Aufführungen bei Schiffsreisen
Entwicklung des hapa-haole Hula (= halb englische Tanznummern)
Charles E. King sammelt und komponiert Lieder in hawaiianisch
Johnny Noble und Harry Owens komponieren teilweise oder ganz in englisch
die Hula-Hálaus werden Hula-Studio genannt
Cellophan-Röcke, Plastik-Leis und Instrumente werden für den Tanz eingeführt
die meisten Hulas werden von Hula-Lehrern gelehrt und nicht mehr von Hula-Meistern
(Kumu Hula). Das führt dazu, dass viele zwar die Tänze lernen, von Sprache und Kultur aber keine Ahnung haben.
Ab 1960
Im Mai 1960 wurde Hilo durch eine 30m hohe Flutwelle zerstört. Um wieder Touristen anzulocken, griff man eine Idee von Kumu Hula George Naope und Gene Wilhelm auf. Im April 1964 wurde in Hilo ein Hula-Fest gefeiert. Es war das erste
Merrie-Monarch-Festival, benannt nach König Kalakauas Spitznamen. Der erwartete Erfolg blieb aus und erst 1968 beschlossen George Naope und Dorothy Thompson das Festival nicht als Touristenattraktion zu feiern, sondern ihm einen kulturellen Hintergrund zu geben und das Andenken an König Kalakaua damit zu ehren. Sie überzeugten zwei der größten
Halaus, dort zu tanzen. Die wiederum wollten keine einfache Show, sie wollten Ihr ganzes Können zeigen. Aus dem Hula-Treffen entwickelte sich so ein Wettbewerb.
1971 erster Wettbewerb, es nahmen 9 Halaus teil. Seitdem findet er jedes Jahr im März oder April (Beginn Donnerstag nach Ostern) in Hilo statt. Anfangs waren nur Frauengruppen dabei.
1976 nahmen zum ersten Mal auch Männergruppen teil (Kumu Hula Robert Cazimero).
1979 wurde der Austragungsort zu klein und man wechselte zum Edith Kanako'ole Stadion.
Das "Merrie-Monarch" ist heute das bedeutendste Hula-Festival. Am Wettbewerb nehmen 28 bis 30 Halaus teil. Die meisten kommen aus
Hawai'i, einige auch aus Kalifornien. 1999 nahmen über 750 Tänzer daran teil, darunter 10 Männer-Gruppen. Der Wettbewerb umfasst
Kahiko-Gruppen, Auana-Gruppen und die Wahl der Miss Hula.
Beurteilungskriterien
Kai (Einmarsch)
Ausdruck
Haltung
Genauigkeit der Gesten
Interpretation des Mele (Gesang)
A L O H A
ALOHA
alo = teilen ha = Atem
Die einzelnen Buchstaben werden wie folgt gedeutet:
AKAHAI Freundlichkeit, mit Sanftheit zum Ausdruck gebracht
LOKAHI Einheit, mit Harmonie zum Ausdruck gebracht
Ständiger Einklang mit der natürlichen und geistigen Welt
Gefühl des Verzaubertseins
Harmonischer Einklang nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit anderen Menschen
OLU'OLU Friedfertigkeit, mit Liebenswürdigkeit zum Ausdruck gebracht
'olu'olu leitet sich ab von einem Adjektiv, das flexibel, geschmeidig und zufrieden bedeutet
'olu' bedeutet auch kühl (Gegenteil von überhitzten Reaktionen)
HA'AHA'A Demut, mit Bescheidenheit zum Ausdruck gebracht
Ha'aha'a = anspruchslos
AHONUI Geduld, mit Beharrlichkeit zum Ausdruck gebracht
ahonui = "der große Atem"
Zentraler Aspekt für Aloha, weil der Atem des Lebens alles und jeden erhält. Einem Menschen ohne Geduld fehlt der Atem des Lebens. Leben im ewigen JETZT.
"Umi a hanu i ka houpo" - Ertrage alles mit äußerster Geduld.
Die Hawaiianer bezeichnen die Weißen als "Haoles"
Haole ha = Atem ole = ohne
= Menschen ohne Atem
Aus dem Buch "Aloha - die Lust am Leben" von Paul Ka'ikena Pearsall
MUSIK UND TANZ
In der ganzen Welt ist die Musik und der Tanz aus Hawaii der Inbegriff von Südseeromantik. Wer kennt nicht die vielen
schönen Lieder, die Hawaii besingen, die Filme, die das Postkarten-Klischee bedienen? Der Hula hat Weltruhm erlangt, auch wenn damit meist nicht der traditionelle Stil gemeint ist.
Die traditionellen Lieder und Tänze waren einst das Herzstück der polynesischen Kultur und der Hula war, wie der Tamure aus Tahiti, ein Stück lebendiger Kultur. Wie alle Polynesier entwickelten die Hawaiianer eine vielfältige und lebenslustige Unterhaltungskultur mit Tänzen und Gesängen, Sport und Spiel. Hawaiische Musik lieferte eine direkte Verbindung zu den Göttern. Der traditionelle Hula erlebt auf den Inseln von Hawaii gerade eine Renaissance. Viele junge Hawaiianer identifizieren sich heute wieder mit der Jahrhunderte alten Tradition. Ursprünglich wurde er von Männern getanzt und ist kraftvoll und rhythmisch, von Holztrommeln und Gesängen begleitet.
Die Frauen tanzen weicher als die Männer, jedoch ohne das wilde Hüftschwingen, das zum Beispiel auf Tahiti üblich ist. Der fehlenden Schriftüberlieferung wegen mussten die Tänze als Medium der Überlieferung vor Verfälschungen bewahrt werden. Der tänzerische Ausdruck der Füsse, Arme, Hände und des Gesichts stellen eine Zeichensprache dar, die bei falscher Bewegung oder Kopfhaltung die Botschaft verfälscht hätte. Deshalb bleibt der Körper der Tänzer fast unbewegt, die Füsse bestimmen den Takt, und Arme und Hände vermitteln den festgelegten Inhalt des Tanzes.
So ist alles strengen Regeln unterworfen, auch auf den begleitenden Gesang wird Wert gelegt. Die Texte sind selbstverständlich in der alten Sprache verfasst. Die getanzten Geschichten sind meist polynesische Legenden.
Die Tänzer haben auch oft eigene musikalische Begleitinstrumente. Kokosschalen werden ausgehöhlt und mit Fischhaut überzogen. Am Oberschenkel des Tänzers befestigt, dienen sie als Trommeln und werden mit einer Schnur geschlagen. Beinkleider und Armbänder aus Eber- und Hundezähnen rasseln ebenfalls im
Rhythmus des Tanzes.
Ursprünglich waren die Tänzer mit Röcken und Hals- und Kopfgirlanden aus grossen, grünen Ti-Blättern bekleidet. Die weltweit bekannten feineren Grasröcke wurden erst im 19.Jahrhundert von den Gilbert-Inseln in Mikronesien eingeführt.
Blume von Hawaii
Viele Lieder besingen Hawaii. Was in Europa schmalzig klingt, fasziniert auf den Inseln. Hier passen sie perfekt hin, die
langgezogenen Gitarrenklänge, die die harmonischen Bewegungen der Tänzerinnen untermalen. Rhythmus, Tanz und Blütenduft scheinen sich dabei zu vereinen, garniert mit einer guten Portion Kitsch. Selbst die knalligen Hawaiihemden wirken hier belebend und führen nicht zu einem Augenkrampf. Ob "Magnum" Tom Sellek damit in passender Umgebung herumläuft, oder Karl-Heinz in Unna - der Unterschied ist eben gewaltig.
Die ganze Schönheit der polynesischen Sprache kommt beim Gesang zum Ausdruck. Neben einschmeichelnden Melodien macht der Reichtum an Vokalen den Reiz der Lieder aus, auch wenn ungeübte Zungen Schwierigkeiten mit der
Aussprache bekommen.
"Ma Ku´u poli mai´oe e Ku´u ipo aloha" Ist das nicht schön? Heißt übersetzt: "Komm an meine Brust, geliebtes Herz"
Polynesier empfinden Singen und Musizieren als etwas Himmlisches und in einigen polynesischen Sprachen gibt es auch heute nur ein Wort für Himmel, Licht der Welt, Singen und Dichten.Wie die Lei´s und der Hula gehört der Klang der kleinen Ukulele zu Hawaii. Dabei ist dieses Musikinstrument eigentlich
portugiesischen Ursprungs, die ersten europäischen Seefahrer brachten es mit auf die Inseln.
Trommelähnliche Instrumente fertigte man auf den Inseln aus Kalebassen, Kürbissen oder Schalen von Kokosnüssen. Die Natur lieferte die Rohstoffe für die Instrumentenherstellung. Kastagnetten aus Kieselsteinen, die sogenannten iliili oder die ipu, Kürbisse mit fester Schale, lieferten einfache Klänge. Aus Bambus wurden Flöten gefertigt und kleinere Kürbisse mit Samen gefüllt und als Rasseln eingesetzt. Auch die Muscheltrompete, Pu genannt, gehört bei musikalischen Darbietungen ebenso dazu wie die Gitarren.
1895 wurde die hawaiianische Steel-Guitar von Joe Kekuku eingeführt, der auch den slide sound erfand, der einen Akkord fließend von oben oder unten gleiten lässt und den typischen, einschmeichelnden Ton erzeugt. Besonders in den 20er Jahren hat sich die Slide-Musik auf dem Kontinent durchgesetzt und sie ist bis heute ein hawaiianischer Beitrag zur internationalen Musikkultur.
Später verdrängte die Filmmusik die echten hawaiianischen Klänge. Das Flair der Inseln wurde vermarktet mit "weisser" Musik. Bing Crosby sang "Sweet Leilani" und Elvis rockte in "Blue
Hawaii".