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Der Hula
Hula verkörpert die Lebenskraft. Er verbindet mit dem Universum und eint mit dessen Kraft.
"Spirituelles Bewegungs- und Klangritual zur Verehrung der Gottheiten und um besondere Anlässe zeremoniell zu begehen"
Scott Cunningham
Hula ist eine Methode, die Geschichte der Menschen und ihrer Götter aufzuzeichnen und wiederzugeben.
Spaß für Menschen und Götter.
Entstehungsgeschichte
Die genauen Ursprünge des Hula liegen im dunkeln. Es wird davon gesprochen, dass der Hula zuerst auf der Insel Moloka'i eingeführt wurde.
Von einer Frau mit dem Namen La'ila'i, die sich vor ca. 1000 Jahren in Ka'ana auf dem Gipfel des Mauna Loa ansiedelte.
Laka, eine direkte Nachfahrin von La'ila'i wurde eine der herausragenden Tänzerinnen der Familie. Nach anderer Überlieferung ist Laka nur ein anderer Name von
La'ila'i. Sie bereiste alle hawaiianischen Inseln, um andere an ihrem Talent teilhaben zu lassen.
Einer anderen Legende zufolge, erlernt Peles Lieblingsschwester Hi'iaka (Laka) den Hula von ihrer menschlichen Freundin Hopoe und gibt ihn dann weiter.
Obwohl die Meinungen über die Entstehung des Hula weit auseinander gehen, ist man sich einig, dass dieser Tanz ein essentieller Bestandteil der traditionellen hawaiischen Kultur ist.
Es geht dabei um rituelles Anrufen des mana der Götter und Göttinnen, von Blitz, Wind, Regen, Meer, der Bäume, der Tiere und Vögel.
Tänzer wurden zu Gefäßen für die akua, die für die Dauer des Tanzes das Kommando über die Körper der Tänzer übernahmen.
Götter
Laka
Kapo ein Aspekt Lakas, Halbschwester Peles
Lono Lakas Mann
"In Hawai'i haben sowohl Männer als auch Frauen seit Urzeiten getanzt. Einige Quellen behaupten zwar, dass nur die Männer getanzt hätten, aber es ist sogar eher wahrscheinlich, dass Frauen die ersten Tänzer waren, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass hauptsächlich Göttinnen den hula kontrollierten. Ein paar Tänze waren allerdings tatsächlich den Männern vorbehalten, darunter jene, die während bestimmter - meist kriegerischen Zwecken dienenden - Rituale in den heiau stattfanden, zu denen Frauen ja ohnehin der Zugang verwehrt war." Scott Cunningham
Formen des Hula
Getanzt wurde:
bei Geburt von Häuptlingen
bei Namensgebungen
beim Geburtstag erstgeborener Kinder
zu Ehren Verstorbener
Kriegstänze
menschliche Fruchtbarkeit
zur Sicherstellung der Versorgung mit Nahrungsmitteln
um Regen zu bringen
wichtiger Bestandteil des makahiki
Die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hatten jeweils ihren Tanz, z.B. wurde der hula pu niu am Morgen von den Bauern getanzt, bevor sie auf die Felder gingen.
Der rituelle Hula wurde von besonders ausgebildeten Tänzern, für die Hula Beruf und Berufung war, aufgeführt.
Der traditionelle Hula Kahiko ist ein wichtiger Ritus in der hawaiianischen Religion. Er wird begleitet von Schlaginstrumenten (z.B.
Ipu) und Chants (Sprechgesänge). Er ist sehr kraftvoll. Themen sind die Verehrung der Naturkräfte, der Götter und Ali´is
(Chiefs). Einen Hula zu tanzen verlangt Hingabe, Rückbesinnung auf die kosmischen Schöpfungskräfte. Die Tänzer wissen, dass falsche Motivation die Götter verärgern kann. Sie wissen, dass sie Boten einer Sprache sind, die älter als die Zeit ist. Sie tragen mit dem Hula Legenden und Mythen vor, als Ergänzung zu den Chants für eine Kultur, die keine Schrift kannte.
Nach Aufhebung des Tanzverbots entstanden unter Einfluss der westlichen Kulturen die Hula
Auanas.
Auana bedeutet wandern, sich von Ort zu Ort bewegen und erlaubt Freude, Farbe und Vielfalt. Eines der bekanntesten Begleitinstrumente ist die Ukulele. Beim Auana werden die Schönheiten der
Hawai'i-Inseln, die Liebe und das alltägliche Leben besungen und mit dem Tanz erzählt.
Kumu Hula (Hula-Meister)
Die Kumu Hulas wurden früher als heilige Personen betrachtet, die von den Göttern inspiriert wurden. Sie waren gleichzeitig Priester.
Halau (Hula-Schule)
Die Halaus waren groß und luftig, aber gegen die neugierigen Blicke der Dorfbewohner nach allen Seiten geschlossen. Als Abschluss des langen anstrengenden Trainings, gab es das
"Uniki". Es gab ein zeremonielles Bad im Meer, gefolgt von einem Festessen (ein Schwein wurde extra für die Schüler zubereitet). Freunde und Verwandte waren dazu eingeladen und die Schüler führten vor, was sie gelernt hatten.
Kleidung
Früher wurden zum Hula Röcke aus Tapa, Ki- oder Bananenblättern getragen.
Pa-ú kurzer Rock für beide Geschlechter
Ku-pe'e um die Knöchel getragener Schmuck aus Wal- oder Hundezähnen, Knochen, Muscheln usw.
Leis auf dem Kopf und um den Hals.Die Pflanzen dafür wurden vor der Veranstaltung gesammelt und anschließend der Erde zurückgegeben
Heute trägt man für Kahiko Blusen, Pumphosen und Röcke, darüber eventuell noch Ki-Gras-Röcke, dazu grüne
Leis. Manchmal wird auch wieder viel Haut gezeigt. 1986 schockte Darrell Lupenui das Publikum mit seiner Männer-Gruppe, die nur G-String Tangas trugen. Die Kleidung zu den Auanas sollte sich am Thema des Tanzes orientieren es gibt jedoch keine feste Kleiderordnung.
Mu'umu'us das sind weite sackartige Kleider oder
Holoku Schleppenkleid
Leis als Schmuck aus Blumen
Verbot und neuere Entwicklung
Den sittenstrengen Missionaren war der sinnliche Tanz
von Anfang an ein Dorn im Auge.
Königin Kuhina-Nui Ka'ahumanu (Witwe von König Kamehameha)
erließ nach ihrer Taufe in Jahr 1830 ein Edikt, in dem öffentliche
Hula-Aufführungen verboten wurden.
Der Hula wurde aber im Verborgenen weitergepflegt.
Der junge Kamehameha III. hob das Verbot kurzfristig wieder auf (1835), beugte sich dann aber dem Willen der Missionare und verbot den Hula wieder. Unter König David Kalakaua (1874-1891) erlebt der Hula ein Comeback. Er sagte: "Hula ist die Sprache des Herzens und deshalb der Herzschlag des Hawaiianischen Volkes." Zu seiner Krönung 1883 wurden über 260 Hulas bei einem ganztägigen Fest vorgeführt. (Thronbesteigung 12.2.1874) Während König Kalakauas Regierungszeit wurden nicht nur die alten Tänze wiederbelebt.
Es war auch die Geburt eines neuen Hula. Neue Chants und neue Schritte wurden eingeführt. Die Kostüme wurden den westlichen Moralvorstellungen angepaßt. Nach seinem Tod wurde der Hula wieder weniger getanzt.
Die Kalákaua-Familie (1873-1917)
Neben König Kalákaua und seiner Schwester Königin Liliuokalani förderten auch ihr Bruder Prinz William Pitt Leleiohoku und ihre Schwester Prinzessin Miriam Likelike Cleghorn den Hula. Kalákauas Frau, Königin
Kapiolani, eine Enkeltochter von König Kaumualii von Kaua'i, war auch eine bemerkenswerte Tänzerin und Musikerin.
Verdienste der Familie:
Bestätigung des Hula als Symbol und Ausdruck der hawaiianischen Identität
Einladung an Kapellmeister Heinrich Berger (Deutschland), den Verfasser der Nationalhymne von Hawaii - die Übernahme von Gras-Röcken
(pili) statt der Ki-Röcke oder Kapa-Kleidung
der Gebrauch von Saiteninstrumenten als Hula-Begleitinstrument
systematische Studie der Geschichte Hawai'is und der Tradition des Hula
1. bis 2. Weltkrieg (1918-1945)
Hula-Gruppen bereisen die Welt, Hula-Aufführungen bei Schiffsreisen
Entwicklung des hapa-haole Hula (= halb englische Tanznummern)
Charles E. King sammelt und komponiert Lieder in hawaiianisch
Johnny Noble und Harry Owens komponieren teilweise oder ganz in englisch
die Hula-Hálaus werden Hula-Studio genannt
Cellophan-Röcke, Plastik-Leis und Instrumente werden für den Tanz eingeführt
die meisten Hulas werden von Hula-Lehrern gelehrt und nicht mehr von Hula-Meistern
(Kumu Hula). Das führt dazu, dass viele zwar die Tänze lernen, von Sprache und Kultur aber keine Ahnung haben.
Ab 1960
Im Mai 1960 wurde Hilo durch eine 30m hohe Flutwelle zerstört. Um wieder Touristen anzulocken, griff man eine Idee von Kumu Hula George Naope und Gene Wilhelm auf. Im April 1964 wurde in Hilo ein Hula-Fest gefeiert. Es war das erste
Merrie-Monarch-Festival, benannt nach König Kalakauas Spitznamen. Der erwartete Erfolg blieb aus und erst 1968 beschlossen George Naope und Dorothy Thompson das Festival nicht als Touristenattraktion zu feiern, sondern ihm einen kulturellen Hintergrund zu geben und das Andenken an König Kalakaua damit zu ehren. Sie überzeugten zwei der größten
Halaus, dort zu tanzen. Die wiederum wollten keine einfache Show, sie wollten Ihr ganzes Können zeigen. Aus dem Hula-Treffen entwickelte sich so ein Wettbewerb.
1971 erster Wettbewerb, es nahmen 9 Halaus teil. Seitdem findet er jedes Jahr im März oder April (Beginn Donnerstag nach Ostern) in Hilo statt. Anfangs waren nur Frauengruppen dabei.
1976 nahmen zum ersten Mal auch Männergruppen teil (Kumu Hula Robert Cazimero).
1979 wurde der Austragungsort zu klein und man wechselte zum Edith Kanako'ole Stadion.
Das "Merrie-Monarch" ist heute das bedeutendste Hula-Festival. Am Wettbewerb nehmen 28 bis 30 Halaus teil. Die meisten kommen aus
Hawai'i, einige auch aus Kalifornien. 1999 nahmen über 750 Tänzer daran teil, darunter 10 Männer-Gruppen. Der Wettbewerb umfasst
Kahiko-Gruppen, Auana-Gruppen und die Wahl der Miss Hula.
Beurteilungskriterien
Kai (Einmarsch)
Ausdruck
Haltung
Genauigkeit der Gesten
Interpretation des Mele (Gesang)
A L O H A
ALOHA
alo = teilen ha = Atem
Die einzelnen Buchstaben werden wie folgt gedeutet:
AKAHAI Freundlichkeit, mit Sanftheit zum Ausdruck gebracht
LOKAHI Einheit, mit Harmonie zum Ausdruck gebracht
Ständiger Einklang mit der natürlichen und geistigen Welt
Gefühl des Verzaubertseins
Harmonischer Einklang nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit anderen Menschen
OLU'OLU Friedfertigkeit, mit Liebenswürdigkeit zum Ausdruck gebracht
'olu'olu leitet sich ab von einem Adjektiv, das flexibel, geschmeidig und zufrieden bedeutet
'olu' bedeutet auch kühl (Gegenteil von überhitzten Reaktionen)
HA'AHA'A Demut, mit Bescheidenheit zum Ausdruck gebracht
Ha'aha'a = anspruchslos
AHONUI Geduld, mit Beharrlichkeit zum Ausdruck gebracht
ahonui = "der große Atem"
Zentraler Aspekt für Aloha, weil der Atem des Lebens alles und jeden erhält. Einem Menschen ohne Geduld fehlt der Atem des Lebens. Leben im ewigen JETZT.
"Umi a hanu i ka houpo" - Ertrage alles mit äußerster Geduld.
Die Hawaiianer bezeichnen die Weißen als "Haoles"
Haole ha = Atem ole = ohne
= Menschen ohne Atem
Aus dem Buch "Aloha - die Lust am Leben" von Paul Ka'ikena Pearsall
MUSIK UND TANZ
In der ganzen Welt ist die Musik und der Tanz aus Hawaii der Inbegriff von Südseeromantik. Wer kennt nicht die vielen
schönen Lieder, die Hawaii besingen, die Filme, die das Postkarten-Klischee bedienen? Der Hula hat Weltruhm erlangt, auch wenn damit meist nicht der traditionelle Stil gemeint ist.
Die traditionellen Lieder und Tänze waren einst das Herzstück der polynesischen Kultur und der Hula war, wie der Tamure aus Tahiti, ein Stück lebendiger Kultur. Wie alle Polynesier entwickelten die Hawaiianer eine vielfältige und lebenslustige Unterhaltungskultur mit Tänzen und Gesängen, Sport und Spiel. Hawaiische Musik lieferte eine direkte Verbindung zu den Göttern. Der traditionelle Hula erlebt auf den Inseln von Hawaii gerade eine Renaissance. Viele junge Hawaiianer identifizieren sich heute wieder mit der Jahrhunderte alten Tradition. Ursprünglich wurde er von Männern getanzt und ist kraftvoll und rhythmisch, von Holztrommeln und Gesängen begleitet.
Die Frauen tanzen weicher als die Männer, jedoch ohne das wilde Hüftschwingen, das zum Beispiel auf Tahiti üblich ist. Der fehlenden Schriftüberlieferung wegen mussten die Tänze als Medium der Überlieferung vor Verfälschungen bewahrt werden. Der tänzerische Ausdruck der Füsse, Arme, Hände und des Gesichts stellen eine Zeichensprache dar, die bei falscher Bewegung oder Kopfhaltung die Botschaft verfälscht hätte. Deshalb bleibt der Körper der Tänzer fast unbewegt, die Füsse bestimmen den Takt, und Arme und Hände vermitteln den festgelegten Inhalt des Tanzes.
So ist alles strengen Regeln unterworfen, auch auf den begleitenden Gesang wird Wert gelegt. Die Texte sind selbstverständlich in der alten Sprache verfasst. Die getanzten Geschichten sind meist polynesische Legenden.
Die Tänzer haben auch oft eigene musikalische Begleitinstrumente. Kokosschalen werden ausgehöhlt und mit Fischhaut überzogen. Am Oberschenkel des Tänzers befestigt, dienen sie als Trommeln und werden mit einer Schnur geschlagen. Beinkleider und Armbänder aus Eber- und Hundezähnen rasseln ebenfalls im
Rhythmus des Tanzes.
Ursprünglich waren die Tänzer mit Röcken und Hals- und Kopfgirlanden aus grossen, grünen Ti-Blättern bekleidet. Die weltweit bekannten feineren Grasröcke wurden erst im 19.Jahrhundert von den Gilbert-Inseln in Mikronesien eingeführt.
Blume von Hawaii
Viele Lieder besingen Hawaii. Was in Europa schmalzig klingt, fasziniert auf den Inseln. Hier passen sie perfekt hin, die
langgezogenen Gitarrenklänge, die die harmonischen Bewegungen der Tänzerinnen untermalen. Rhythmus, Tanz und Blütenduft scheinen sich dabei zu vereinen, garniert mit einer guten Portion Kitsch. Selbst die knalligen Hawaiihemden wirken hier belebend und führen nicht zu einem Augenkrampf. Ob "Magnum" Tom Sellek damit in passender Umgebung herumläuft, oder Karl-Heinz in Unna - der Unterschied ist eben gewaltig.
Die ganze Schönheit der polynesischen Sprache kommt beim Gesang zum Ausdruck. Neben einschmeichelnden Melodien macht der Reichtum an Vokalen den Reiz der Lieder aus, auch wenn ungeübte Zungen Schwierigkeiten mit der
Aussprache bekommen.
"Ma Ku´u poli mai´oe e Ku´u ipo aloha" Ist das nicht schön? Heißt übersetzt: "Komm an meine Brust, geliebtes Herz"
Polynesier empfinden Singen und Musizieren als etwas Himmlisches und in einigen polynesischen Sprachen gibt es auch heute nur ein Wort für Himmel, Licht der Welt, Singen und Dichten.Wie die Lei´s und der Hula gehört der Klang der kleinen Ukulele zu Hawaii. Dabei ist dieses Musikinstrument eigentlich
portugiesischen Ursprungs, die ersten europäischen Seefahrer brachten es mit auf die Inseln.
Trommelähnliche Instrumente fertigte man auf den Inseln aus Kalebassen, Kürbissen oder Schalen von Kokosnüssen. Die Natur lieferte die Rohstoffe für die Instrumentenherstellung. Kastagnetten aus Kieselsteinen, die sogenannten iliili oder die ipu, Kürbisse mit fester Schale, lieferten einfache Klänge. Aus Bambus wurden Flöten gefertigt und kleinere Kürbisse mit Samen gefüllt und als Rasseln eingesetzt. Auch die Muscheltrompete, Pu genannt, gehört bei musikalischen Darbietungen ebenso dazu wie die Gitarren.
1895 wurde die hawaiianische Steel-Guitar von Joe Kekuku eingeführt, der auch den slide sound erfand, der einen Akkord fließend von oben oder unten gleiten lässt und den typischen, einschmeichelnden Ton erzeugt. Besonders in den 20er Jahren hat sich die Slide-Musik auf dem Kontinent durchgesetzt und sie ist bis heute ein hawaiianischer Beitrag zur internationalen Musikkultur.
Später verdrängte die Filmmusik die echten hawaiianischen Klänge. Das Flair der Inseln wurde vermarktet mit "weisser" Musik. Bing Crosby sang "Sweet Leilani" und Elvis rockte in "Blue
Hawaii".